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Das weiße Band

Das weiße Band
Regisseur(e) Michael Haneke

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  • Amazon-Verkaufsrang: #475 in DVD
  • Erscheinungsdatum: 2010-03-05
  • Bewertung: Freigegeben ab 12 Jahren
  • Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
  • Formate: Deluxe Edition, Dolby, PAL
  • Originalsprache: Deutsch
  • Anzahl Disks: 2
  • Länge: 138 Minuten

Aus der Amazon-Redaktion

Aus der Amazon.de-Redaktion
Das weisse Band ist Michael Hanekes preisgekröntes Panorama einer Dorfgemeinschaft kurz vor Beginn des ersten Weltkrieges. Ein bedrückendes Soziogramm in faszinierenden schwarz-weiss Bildern.

Der Österreicher Michael Haneke erkundet seit vielen Jahren mit gnadenlos-kontrollierendem Blick und peinlich-genauer Detailversessenheit immer wieder den Ursprung dessen was man „das Böse“ nennen könnte. Oft genug bricht das Unheil in bestehende Familienstrukturen ein, etwa in Der siebente Kontinent, Funny Games oder Wolfzeit. Und auch in Das weisse Band ist es die Familie, die Gemeinschaft, in diesem Fall ein ganzes Dorf, dass unter furchtbaren, mysteriösen Ereignissen zu leiden hat.

Die Geschichte spielt im spätfeudalen Deutschland, kurz vor dem Beginn des ersten Weltkriegs. Ein kleines Dorf im brandenburgischen, unberührt, unschuldig. Aber es dauert nicht lange bis die scheinbare Idylle sukzessive zerstört wird. Zunächst stürzt der Dorfarzt mit seinem Pferd über ein tückisch gespanntes Drahtseil. Dann kommt eine Arbeiterin im Sägewerk zu Tode. Eine ganze Reihe mysteriöser Vorfälle führen uns immer tiefer in die patriarchalen Strukturen einer repressiven Gesellschaft. In den Mittelpunkt rückt der vom Dorfpfarrer geleitete Kinderchor und die Familien der Kinder und Jugendlichen. Verfehlungen werden mit Stockstrafe und gnadenloser Strenge verfolgt. Ein behindertes Kind wird bis aufs Blut gequält, eine Scheune brennt ab. Wer steckt hinter all dem?

Was sich auf den ersten Blick wie ein Thrillerplot liest dient Haneke als strukturelle Klammer um die Beziehungen zwischen dem archetypisch anmutenden Figurenarsenal auszuloten. Das Ganze trägt, wie so oft bei Haneke, laborhafte Züge – eine Versuchsanordnung die ganz bewusst Distanz zum Betrachter schafft. Die pädagogische Strenge der Erwachsenen spiegelt sich in der inszenatorischen Strenge von Hanekes Regie. Dem Zuschauer wird kaum etwas erspart und wenn, dann nur um den Horror zu verstärken. Immer wieder bedient sich Haneke dem Mittel der Auslassung, wenn zum Beispiel die kleineren Geschwister des Pfarrersohns gezwungen sind die disziplinatorischen Massnahmen des Vaters mit anzuhören. Wir sehen den Jungen, wie er den Stock holt um im angrenzenden Zimmer zu verschwinden. Dann folgen die Hiebe, im Off. Je weiter der Film voranschreitet umso weniger geht es dem Film um eine Auflösung. Die bedrückende Atmosphäre legt sich von den Familien ausgehend über das gesamte Dorf, respektive die unter das Vergrösserungsglas gelegte ländliche Gesellschaft. Der Film ist in kristallklare schwarz-weiss Aufnahmen gegossen. Es finden sich wunderbare, sorgsam austarierte Einstellungen die dem psychischen Horror in ihrer Schönheit irritierende Bilder gegenüberstellen. Michael Hanekes Film wurde unter anderem beim Internationalen Filmfestival in Cannes mit der goldenen Palme für den besten Film ausgezeichnet. Ein Film den man sich nicht entgehen lassen sollte. ---Thomas Reuthebuch

VideoMarkt
Der Erste Weltkrieg liegt in der Luft. In einem scheinbar ganz normalen Dorf in Norddeutschland gehen die Dinge ihren normalen Gang. Der Dorflehrer leitet auch den Schul- und Kirchenchor, der sich aus den Kindern und Jugendlichen des Ortes zusammensetzt. Sie bilden einen Querschnitt der dortigen Gesellschaft, sind die Kinder von Gutsherren, Hebammen, Ärzten und Bauern. Dann beginnen Unfälle. Je mehr davon passieren, desto stärker kristallisiert sich eine Methode heraus: Die vermeintlichen Unfälle scheinen Bestrafungen zu sein.

VideoWoche
Michael Haneke, seit 20 Jahren einer der führenden Vertreter des europäischen Kinos, hat erstmals einen explizit deutschen Stoff verfilmt - komplett in Deutschland, mit deutschen Schauspielern und mit X-Filme als Produzenten. Und doch ist es wieder ein Stoff mit allgemeingültiger Aussage, dem ein nicht so leicht zu deutendes, verstörendes Geheimnis zu Grunde liegt, ein ebenso strenger wie faszinierender Schwarzweißfilm, der völlig zu Recht auf Festivals und Preisverleihungen abräumte - Arthouse vom Besten.


Kundenrezensionen

Ein Film, der mir lange in Erinnerung bleiben wird5
Über zwei Stunden dauerte dieser Kinofilm - und wurde dennoch nicht eine Minute langweilig. Im Gegenteil, die Zeit verging wie im Flug.
Dabei beschäftigte mich weniger die Frage, wer hinter all den grausamen Verbrechen in der kleinen norddeutschen Ortschaft steckt. Faszinierend und erschreckend ist die Studie des Dorflebens, die Michael Haneke in diesem Film gelingt: Herrschaftsanspruch des Adels, rigide protestantische Moral und patriarchalische Strukturen. All dies ergibt eine Mischung, die - so Hanekes These - der deutschen Begeisterung für den ersten Weltkrieg und den Nationalsozialismus den Boden bereitete.
Der Film wertet nicht - er beobachtet. Das Schaudern über die (oft subtile) Grausamkeit in den Familien des Dorfes entsteht beim Zuschauer von ganz alleine. Dazu tragen die hervorragenden Darsteller erheblich bei. Vor allem die vielen Kinder zeigen erstaunliche schauspielerische Leistungen.
Geschickt und ohne Pathos setzt Haneke auch den "Helden" der Geschichte in Szene. Der Dorflehrer, zugleich Erzähler der Geschichte, ist nicht der große Rebell. Auch er toleriert letztlich die Macht seines künfigen Schwiegervaters. Doch im kleinen zeigt er sich einfühlsam und behandelt seine junge Freundin auf gleicher Augenhöhe.
Die o.g. These reicht sicher als Erklärung des Nationalsozialismus nicht aus, bietet aber eine spannende Diskussionsgrundlage. Es ist durchaus lohnenswert, die Entwicklungen im Deutschland der damaligen Zeit nicht nur auf der Ebene der Weltpolitik, des Antisemitismus und der nationalsozialistichen Propaganda zu betrachten, sondern im Kleinen (d.h. in den familiären und dörflichen Strukturen).
Durch diese spannende These, die authentischen Figuren und die hervorragenden Schauspieler ist ein beeindruckender Film gelungen, der mir lange in Erinnerung bleiben wird.

nachwirkende Filmerfahrung5
Es gibt Filme, die wirken lange nach. Dieser Film ist so einer, an den man lange Zeit denkt und der immer wieder neue Facetten der Auseinandersetzung und Interpretation aufwirft.
Nicht immer ist es leicht, die einzelnen Handlungsstränge genau nachzuvollziehen. Hier werden familiäre, dörfliche und gesellschaftliche Zusammenhänge so miteinander verwoben, dass man schließlich bei der Endauflösung erstaunt und ernüchtert ist.
Hauptthema sind in dem Film, der in der Zeit vor dem I. Weltkrieg spielt, die diversen versteckten und offensichtlichen Ausdrucksformen von Gewalt. Diese werden in einer beeindruckenden Weise angedeutet oder klar herausgestellt.
Dabei bestechen neben der schauspielerischen Leistung der Kinder und des Lehrer-Hauptdarstellers die so bezeichnende Kameraführung. Hierbei ist der im Schwarz-Weiß-Format gedrehte Film ganz besonders bemerkenswert. Denn markante Nah- und Portraitaufnahmen wechseln mit Weichzeichner-Einstellungen, kaum erkennbaren Bildern und authentischen Bauwerkaufnahmen ab. Daneben gelingt es in dem Film, dramatische Sequenzen und äußerst ruhige, lange Stille aushaltende Zeiten miteinander abzuwechseln.
Wer - insbesondere mit jungen Menschen - über das Phänomen Gewalt aus unterschiedlichen Aspekten heraus diskutieren mag und die Auseinandersetzung über deren Ursachen und Folgen sucht; der wird mit diesem Film ein reichhaltiges Diskussionsforum finden. "Das weiße Band" räumt mit Unschuldsvermutungen auf und lässt einen lange nachdenken nach dem Anschauen des Films, welche persönlichen Anteile man an Gewalt hat und wie man bewusst oder unbewusst an Gewaltprozessen beteiligt war bzw. ist.
Dieser Film gehört in jede weiterführende Schule als Pflichtfilm!

Meisterwerk in schwarzweiß5
Das weiße Band zeigt die Geschichte eines Dorfes in Norddeutschland zwischen 1913 und 1914. Der ehemalige Dorflehrer einer Einklassenschule beschreibt die Vorgänge, die sich in dieser Zeit in diesem Dorf ereignet haben.
Zunächst scheint alles sehr idyllisch zu sein, aber wenn der Film mehr und mehr die Schattenseiten der "guten alten Zeit" zeigt, wird dem Zuschauer bewusst, wie reglementiert und unmenschlich es damals war.
Dies wird in ruhigen und statisch wirkenden schwarzweiß Bildern dargestellt.
Das erschreckende an diesen Film sind nicht die unnatürlichen Todesfälle und die dargestellten Misshandlungen, sondern die Erziehungsmethoden sowie der herzlose Umgang der Erwachsenen untereinander und den Kindern gegenüber.
Man leidet mit den Personen und ist froh, diese Zeit nicht miterlebt zu haben.
Der Film ist ein Ensemble-Film und ist bis in die letzte Rolle mit ausgezeichneten Schauspielerinnen und Schauspielern (u. a. Ulrich Tukur, Susanne Lothar, Detlev Buck, Josef Bierbichler, Burghart Klaußner, Birgit Minichmayer) besetzt.
In weitesten Sinn ist dieser Film auch ein Familienfilm für Erwachsene. Er zeigt unter welchen Lebensumständen unsere Ahnen (Oma, Opa, Uroma, Uropa etc.) gelebt und gelitten haben.