Californication - Die erste Season (2 DVDs)
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Durchschnittliche Kundenbewertung:Produktbeschreibung
Californication - Season 1 DV
Produktinformation
- Amazon-Verkaufsrang: #569 in DVD
- Erscheinungsdatum: 2009-09-10
- Bewertung: Freigegeben ab 18 Jahren
- Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
- Formate: Dolby, PAL, Widescreen
- Originalsprache: Deutsch, Englisch
- Untertitel in: Deutsch, Englisch
- Anzahl Disks: 2
- Länge: 328 Minuten
Aus der Amazon-Redaktion
Kurzbeschreibung
Hank Moody ist Schriftsteller und wird als großes Talent gefeiert. Nach der sensationellen Besprechung seines Romans "God Hates Us All" kommt der ersehnte Anruf aus Hollywood. Hank sieht seine große Chance gekommen und zieht nach Los Angeles. Doch aus Hanks grandioser Romanvorlage wird eine läppische, platte Liebeskomödie namens "Crazy Little Thing Called Love". Hank stürzt ins Bodenlose. Eine Schreibblockade überfällt ihn, nichts scheint ihm mehr zu gelingen. Hank mutiert zum sexsüchtigen Weiberhelden. Seine nächtlichen Eskapaden und Affären weiten sich aus. Keine Frau ist vor ihm sicher. Doch erst die Affäre mit der erst 16-jährigen Mia verändert Hanks Leben auf ungeahnte Weise...
Kundenrezensionen
Hank! Hank!!! - Ich hasse euch alle.
Da unterhalten sich in einer Fernsehserie endlich mal ein paar Leute über das Thema körperliche Liebe, so wie es praktizierende Frauen und Männer nun mal auch in der Wirklichkeit so tun. Sie nennen halt die Dinge beim Namen. Und was passiert? Die liebe, zuständige Prüfstelle stuft das alles sofort gleich als "ab 18" ein. Was ja eigentlich nicht so schlimm wäre. Denn wer diese intelligente Serie gut findet, der ist auch selbst clever genug, sich einen Erwachsenen für die Bestellung zu organisieren. Was mich dagegen nervt, ist das teure Porto, das hier bei Amazon für Filme ohne Jungendfreigabe erforderlich ist.
Viel jugendgefährdender als das Thema Sport im Bett ist hier aber ohnehin die schrecklich unangepasste Lebensweise von Hank, dem Schriftsteller mit Schreibblockade, der hier um seine Familie kämpft, die gerade zu einem völlig angepassten, stromlinienförmigen Managertypen abwandert. Hank, dieser letzte Mann auf dieser Welt, macht aus seinen Gefühlen einfach keinen Hehl. Als ein Typ ihn nervt, weil er im Kino mit dem Handy telefoniert, nimmt er ihm das Handy weg und wirft es gegen die Wand. Und überhaupt macht Hank alles, was man als normaler Mensch leider viel zu selten tut. Und deshalb rennen ihm auch die Frauen nach. Aber gerade das hilft ihm auch nicht weiter. Denn er liebt die Mutter seiner Tochter. Und tatsächlich ist diese auch der einzige Mensch mit Vernunft unter der offenbar zu heißen Sonne Kaliforniens.
Wer sich beim Sehen dieser Serie durch die vielen, nackten Frauenkörper ablenken lässt, dem entgehen nicht nur ein paar wirklich gute Pointen, sondern auch haufenweise Medien- und eigentlich auch Zivilisationskritik: "Papa, da liegt eine Frau ohne Haare zwischen den Beinen in deinem Bett. Ist sie krank?" Und überhaupt ist die Serie bei ihrer Aussage doch eigentlich durchaus konservativ. Ich glaube, so sehr sind Familienwerte noch nie zwischen so hübschen Frauenkörpern (gelegentlich auch in Aktion) gefeiert worden wie in dieser Serie. Gebt es doch zu: Eingestuft ist dieser Film bloß deshalb ab 18, weil hier auch geraucht (und gesoffen) wird. Zusammen mit dem Ausleben seiner Gefühle ist das den lieben Jugendschützern einfach zu viel Spaß im Leben, als dass man Jugendliche damit konfrontieren dürfte.
Schade ist das auch deshalb, weil die Serie neben einmaligen Darstellerleistungen auch sprachlich brillant geschrieben ist. Deutlich mehr über das Leben lernt man hier jedenfalls als zum Beispiel bei Germany's Next Top Model. Eine Serie für alle, die sich für das wirkliche Leben interessieren, und die nach dem Sehen in eine gute Bar gehen und dort sich dann auch mal mit den Menschen beschäftigen wollen, die man dort so treffen kann.
Californication - eine Offenbarung
Im Serien-Sumpf der vergangenen Jahre tummeln sich viele schlechte Produktionen. Seit einiger Zeit allerdings auch wirklich großartige Formate, wie Lost, Heroes, 24 oder Californication. Umso trauriger ist die Tatsache, dass diese Serien oft bei einem zweitklassigen Sender zu einer drittklassigen Sendezeit ausgestrahlt werden. Einzige Chance, um seiner Lieblingssendung treu zu bleiben, ist darum oft nur der Kauf der DVD.
Fast jeder wurde damals auf Californication aufmerksam, weil es hieß, dass es das Sex and the City für Männer sei. Was für eine unfassbar schlechte Umschreibung, schaut man rückblickend auf die letzten beiden Staffeln. Im Mittelpunkt der Serie steht Hank Moody, seines Zeichens Autor. Allerdings macht Hank nicht das, was Autoren normalerweise machen sie schreiben Hank Moody hat eine Sinneskrise, hat seine große Liebe verloren, hat seit monaten keinen lesenswerten Satz mehr zustande bekommen und hat mehr Sex, als es sich irgendjemand auch nur vorstellen könnte. Okay, da hätten wir den Sex und die Serie spielt in Los Angeles, was uns das City beschert. Was am Anfang allerdings so herrlich konventionell erscheint, nämlich einen überaus coolen, gutaussehenden Mann mit einer paar barbusigen, heißen Frauen zusammenzuführen, entpuppt sich nach wenigen Folgen nur als Grundgerüst für eine viel tiefere Geschichte.
Nach bisher 24 Folgen Californication kann man problemlos sagen es geht um Sex und man sieht viel nackte Haut. Aber diese geschickt inszenierte Komponente dient nur als Sidekick für witzige Gags und komische Situationen. In Wirklichkeit geht es um Hank, der sich eingestehen muss, dass es ohne seine Karen nicht funktioniert. Es geht um die gemeinsame Tochter Becca, die eine wichtige Schlüsselrolle für beide Hauptcharaktere spielt. Es geht um Hanks Agenten Charlie und seine Frau Marcy, die das auf und ab des Ehelebens (wenn auch ziemlich überzogen, aber symblisch) zeigen und als Freunde von Hank und Karen einen großen Teil in deren Leben einnehmen. Und Hanks unfassbare Coolness kann nicht nur mit vielen tollen und geistreichen Konversationen aufwarten, sondern versucht dem Zuschauer viel mehr zu vermitteln: Genieß dein Leben! Mach das, was dir Spaß macht, auch wenn es mal daneben geht! Steh zu dem, was du tust! Und du kannst alles schleifen lassen aber kümmer dich um diejenigen, die du liebst. Denn im Kern geht es bei Californication um die ganz großen Themen des Lebens Liebe, Familie und Freundschaft. Selten hat man eine Fernsehserie erlebt, welche diese Themen so stilvoll und intelligent aufgreift, wie Californication.
Das großartige Drehbuch wird gestützt von seinen großartigen Darstellern. Undenkbar, würde Hank Moody von jemand anderes als David Duchovny gespielt. Man nimmt ihm diese Rolle zu 110 % ab. Mit einer neidenswerten Leichtigkeit gibt Duchovny den charmanten Womanizer, dem nahezu alle Frauen in L.A. zu Füßen liegen und welcher das auch weiß und ausnutzt, dabei allerdings niemals seine Prinzipien verletzt. Erwähnenswert ist auch Hanks Agent, Charlie Runkle, welcher gespielt wird von Evan Handler vielen wahrscheinlich noch bekannt aus, tada, Sex and the City. Handler verkörpert den selbstkritischen, reumütigen, aber gleichzeitig erfolgreichen Agenten grandios und sorgt mit seinen Auftritten für zahlreiche skurrile und lustige Szenen. Ein absolutes Highlight ist Becca Moody, Hanks Tochter. Madeleine Martin spielt die smarte, manchmal kindlich, oft aber sehr erwachsen-wirkende Teenagerin mit einer schauspielerischen Finesse, die ihresgleichen sucht. Es würde niemanden wundern, wenn man dieses junge Fräulein bald in größeren Produktionen zu Gesicht bekommen wird es wäre allemal gerecht. Wäre das alles noch nicht genug, ist natürlich auch der Soundtrack passend genial: Bob Dylan, The Doors, The Rolling Stones, Warren Zevon die Songs präsentieren sich rockig und chillig, und können zu fast allen Gelegenheiten gehört werden.
Californication ist eine Offenbarung. Oft muss man laut auflachen, weil die Situation, in der sich Hank mal wieder verfahren hat zu komisch ist und seine Kommentare die geistreichsten sind, die Hollywood seit langem gehört hat (übrigens bietet nur die OV diese Qualität die deutsche Syncro macht vieles kaputt). Und in der nächsten Szene muss man einen dicken Klos im Hals herunterschlucken, weil die Serie es mit ihrer traurig-schönen Art und der bedingungslosen Wahrheit immer wieder schafft, den Zuschauer zu verzaubern. Nicht umsonst hat Californication zwei Mal den Golden Globe gewonnen. Für die dritte Staffel, die Ende September in den USA startet, ist dann hoffentlich die dritte Trophäe drin.
Ganz ordentliche Comedy mit erzählerischen Anteilen
In Californication geht es um den Schriftsteller Hank, der vor einiger Zeit mit fester Partnerin Karen und Kind Becca aus New York nach Los Angeles gezogen ist. Vor fünf Jahren hatte er einen Bestseller, der verfilmt wurde, wobei der den Film hasst. In L.A. hat seine Frau ihn verlassen, weil sie jemand kennengelernt hat, mit dem sie besser reden kann und der im ganzen etwas seriöser ist als Hank. Als die Handlung einsetzt lebt Karen mit neuem Partner (und baldigen Ehemann), Hank alleine. Er hat seit Jahren eine Schreibblockade und gibt sich zahllosen Sex-Abenteuern mit Aufrissen in Bars, Buchgeschäften, auf der Straße und z.T. auch Alkohol, Joints und Kokain hin. Seine Umgebung bedenkt er wo es nur geht mit zynisch-geistreichen Kommentaren, misantrophisch und oft sehr sexuell geprägt. Die Darstelung dieses Lebensstils zieht sich durch 12 Folgen je ca 20 Minuten echter Handlung. Dann gibt es kleiner Geschichten (z.B. die 12jährige Tochter auf einer Party mit älteren, der Tod von Hanks Vater) und eine Reihe von durchgehenden Handlungsfäden: Dies sind v.a. (1) Hanks ständigen Versuche, Karen zurückzugewinnen, wobei er dies auf eine (euphemitisch ausgedrückt) sehr frech-offensive Art versucht und (2) die Geschichte mit Mia, der 16jährigen, frühreifen Tochter von Karens jetzigem Partner, mit der er schläft - nicht um ihr Alter und ihren Vater wissend - und die ihn ab da auf verschiedene Weise immer wieder angeht und am Ende gar erpresst. In einer Nebengeschichte geht es um die Ehe von Hanks Agenten, der diese mit sexuellen Eskapaden mit seiner Sekretärin auffrischen will, was sich aber ein einer unerwartete Richtung entwickelt.
Die Serie versucht eine Mischung aus Comedy und Drama. Hank hat eine extrem freche, flotte Schnauze, ebenso die meisten anderen Figuren, wenngleich sie im Vergleich zu Hank einen Gang niedriger fahren. Es gibt reichlich Dialoge im Screwball-Stil, die ihren Witz und ihre Frechheit aber zu weiten Teilen aus sexuellen Sprüchen und Frechheiten beziehen. Dies ist der heiter-ironische Grundcharakter. Dorthinein sind kleinere 'Dramen' gewoben, wie die Beziehung zwischen Hank und Karen, die zwischen Hank und seiner Tochter, der Tod seines Vaters, seine Schreibblockade, Hanks Gewissensbisse wg. des Sex mit einer 16jährigen. Drittes Standbein ist eine atmosphärisch sehr dichte Darstellung des exzentrischen, verspielten immer an Sex und einem guten Joint interessierten flippigen L.A., die nicht zuletzt durch entweder gleissendes oder dämmriges Licht und wacklige Handkameraaufnahmen transportiert werden soll.
Sowohl die Einzelteile als auch die Kombination funktionieren m.E. nur bedingt. Der Witz ist nur bedingt witzig, weil zu einseitig sexuell. Das Drama funktiniert (mit Ausnahme der einen Folge um den Tod des Vaters) nicht, weil die Stories zu schwach und die Dialoge zu dürftig sind. Die Atmosphäre gelingt noch am besten, aber bleibt doch sehr standardmäßig und ich bin nun mal kein Fan von wackligen Bildern. Eine Harmonie zwischen den Teilen wird nicht hergestellt. Es ist je nach Einzelszene meist entweder witzig oder versucht dramatisch, es geht nicht harmonisch übereinander über oder wird nicht integriert. Dazu sind auch die Dialoge zu wenig intelligent. Die Atmosphäre liegt ein bisschen wie ein Fremdkörper darüber. Sie wirkt ein bisschen wie Miami Vice, als ob sie die L.A.-Atmosphäre gerne und positiv zelebriert; wohingegen Dialoge und Handlung ihr eigentlich ironisch gegenüber stehen.
Schwach auch das dramaturgische Grundgerüst, was durch z.T. schlechtes Casting unterstützt wird. Eine zentrale Spannung soll eigentlich aus dem Dreieck Hank-Karen-Karens neuer Partner entstehen und ob Karen wohl zu Hank zurückkehrt. Figur und Darsteller des neuen Partner sind aber so farblos und langweilig, dass es keine überzeugende Anziehung zwischen Karen und ihm gibt und diese auch von Anfang fast auschließlich positiv auf Hank reagiert. Das kann so nicht funktioneren. Wenig gelungen auch die Nebenhandlung, die mit ihrer gewollten sexuellen Provokation eben gewollt wirkt und nicht überzeugend, und Evan Handler als glatzköpfiger Agent Charlie ist zu sehr schlechtes Klischee als das man die Geschichte je irgendwie ernst nehmen könnte.
Ich kann auch nicht verstehen, dass man die Serie als innovativ bezeichnet. Frech daher quatschende Sonderlinge gibt es schon seit Jahrzehnten, das haben sogar in Deutschland der 70er Jahre schon Bastian in der gleichnamigen Serie und Charlie in den "Münchner Gschichten" gemacht. 'Neu' ist hier höchtens die radikale Sexualität und das ist aber nicht innovativ, sondern eigentlich simpler. Man kann es halt heute machen, weil sich keiner mehr drüber aufregt (was wieder zeigt, dass es nicht innovativ ist, denn darüber regt sich meistens jemand auf). Angesichts der letzten Folge kam sie mir ja ein bisschen vor wie ein langezogenes, modernes, aufgesextes Remake von "Die Nacht vor der Hochzeit". Die Grundstruktur war die gleiche: Ein unentschiedene flippige Braut, ein langweiliger Bräutigam, ein flippiger Ex, ein Freund mit Nebengeschichte, ein süßes Mädchen als Tochter. Und der Screwball-Ansatz ist auch beiden gemein. Aber das ist nur so eine Idee.
So schrammt die Serie auch knapp an drei Sternen vorbei. Ihre Pluspunkte heben sie aber auf vier Sterne. Da ist v.a. die äußerst überzeugende Natascha McElhone als Karen. Sie schafft es auf eine sehr zurückhaltende Art eine starke Präsenz zu erzeugen und dass obwohl ihr die Regie ein Dauerlächeln abverlangt. Aber wie sie mit viel Ausstrahlung, leichte Gesten einsetztend lächelt - das macht sie toll. Sehr gutes Spiel auch von Madeleine Martin als Tochter Becca. David Duchovny als Hank ist mir im ganzen zu eindimensional, aber er spielt zumindest ein einheitliches Konzept stringent durch und bringt die Figur glaubhaft rüber. Das Beste an der Serie aber ist dass die sie eigenen Schwächen fast zu erkennen scheint und danach handelt: Die Folgen sind kurz und so auch kurzweilig. Man waltzt wenig gehaltvolles nicht aus als ob es mehr ist als es ist. Und auch die Gesamtdarstellung ist so zurückhaltend und fast schon künstlich cool, dass man von der gewissen Seicheit nicht belästig wird, sondern durchaus amüsiert. Die Serie ist so wie ein simpler, aber ordentlich gemachter Popsong oder wie ein Dampfplauderer auf einer Party, der zwar nur Dampf plaudert, aber doch irgendwie ganz symapthisch ist. Eine nette Unterhaltung für zwischendrin. Das ist nicht viel, aber mehr als vieles anderes.



